An die Grenzen der Kunst gelangen

Foto Bruno Holzer

Am Mittwoch, den 8. Februar 2023 erklingt das elfte Konzert von „Bach im Dom“ unter dem Motto „An die Grenzen der Kunst gelangen“. Am Konzertabend erklingen Werke Johann Sebastian Bachs, in denen er auf jeweils unterschiedliche Art zu erkunden versuchte, wie die zur Zeit ihrer Entstehung gültigen musikalischen Regeln so erweitert werden können, dass etwas Neues, noch nie Dagewesenes entstehen konnte. Im Mittelteil des g-Moll-Präludiums BWV 535 z. B. experimentiert Bach mit enharmonischen Wendungen, bei denen chromatische Töne „umgedeutet“ werden: Aus einem gis wird ein as, aus einem fis wird ein ges.

Es ist zwar immer noch der gleiche Ton, und es ist immer noch die gleiche Pfeife der Silbermann-Orgel, die erklingt. Durch die (en)harmonische Umdeutung erhält sie aber eine andere Farbe und vor allem die Möglichkeit, einen anderen Weg zu nehmen.

Vielleicht ist es mit dem Glauben genauso: Dass durch die Gegenwart Gottes eine ausweglose Situation unseres Lebens eine andere Farbe bekommen kann und dadurch sich neue Wege auftun. Oder sich ein Fenster öffnet hin zu einer anderen Wirklichkeit.

Das Konzert am 8. Februar beginnt um 19:30 Uhr. Markus Jans, emeritierter Dozent für historische Satzlehre an der Schola Cantorum Basiliensis, wird den Resonanzvortrag gestalten. Der Einführungsvortrag von Berit Drechsel beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – eine Spende erbeten.

Markus Schwenkreis